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Samstag, den 15. Mai 2010 um 10:47 Uhr

TENNIS: Argentinierin unterstützt FCS-Damen im Meisterschaftskampf

VON BESIM MAZHIQI
Schloß Holte-Stukenbrock. „Irgendwie ist es in Stukenbrock wie in meiner Heimat“, sagt Cecilia Cardenas und macht einen zufriedenen Gesichtsausdruck. Die Stadt sei schön, die Menschen sehr gastfreundlich – „nur das Wetter ist um einige Grad kälter als bei uns“, sagt die Argentinierin.

Der Tennissport lässt sie die kühlen Temperaturen jedoch vergessen. Für zwei Monate ist die 27-Jährige jetzt nach Deutschland gekommen, um mit dem gelben Filzball während der Sommersaison für den FCS Punkte zu sammeln. „Sie ist an Nummer 1 gesetzt“, sagt Rainer Nowack von der Tennisabteilung des FC Stukenbrock – und das zurecht. Beim Auftakt der Saison am vergangenen Wochenende besiegte Cardenas ihre Gegnerin in zwei Sätzen jeweils mit 6:0. „Das war schon schön anzusehen“, berichtet Sportwart Markus Lüke. „Ihre variable Spielart ist ihre große Stärke“, erzählt Nowack. Ob Slice, Topspin oder Passierschlag: „Sie hat was drauf.“
Gelernt hat die Tennisspielerin das, als sie acht Jahre alt war. „Mein Papa war immer sehr sportlich“, berichtet sie. Da in der Nähe ihres Wohnhauses ein Tennisplatz lag, ist sie dorthin gegangen, um es dem Vater gleich zu tun. „Seitdem ist Tennis mein Leben.“ In Zárate, ihrer Heimatstadt, die circa 100 Kilometer nördlich von Buenos Aires liegt, war sie im Alter von zehn bis zwölf Jahren besonders bekannt. „Aber nicht nur da“, sagt sie. Immerhin sei sie schon einmal die Nummer 1 in ganz Argentinien gewesen. Heute ist sie Tennistrainerin von zehn Schülern. „Und wenn ich aus Deutschland nach Hause komme, wollen sicherlich noch mehr Schüler bei mir trainieren.“ Der Tennissport aus Deutschland sei hoch angesehen in Südamerika. „Für mich ist das eine langersehnte Erfahrung, hier spielen zu dürfen“, sagt Cardenas, die zuvor schon in Italien und Kroatien auf dem Platz stand.
Momentan trainiert sie fast täglich auf einem der sechs Plätze am Kruskotten und wohnt in der ehemaligen Hausmeisterwohnung, die die Mitglieder in Eigenarbeit renoviert und möbliert haben. „Alle wollen etwas mit ihr unternehmen“, berichtet Nowack. Täglich sei sie bei Familie Kelle zum Mittagessen eingeladen. Andere Spielerinnen verplanen bereits Cardenas Wochenende. „Ich würde gerne die Hauptstadt erleben“, sagt die Argentinierin. Noch habe sie kein Heimweh. „Aber ich telefoniere jeden Tag mit meiner Mutter“, erzählt sie und lächelt. Am übernächsten Wochenende ist sie beim zweiten Einsatz für die Damen zu sehen.

Das Feuerwerk bestätigen

Mit einem Paukenschlag sind die Stukenbrockerinnen in die Damen-Verbandsliga gestartet. Mit 9:0 fegten die Spielerinnen um Spitzenspielerin Cecilia Cardenas und Mannschaftsführerin Christine Plückebaum am ersten Spieltag der noch jungen Sommersaison den TuS 59 Hamm vom Platz. Dabei gaben die Ostwestfälinnen auf fremdem Platz nur einen einzigen Satz ab. Am 16. Mai müssen die FCS-Damen dann gegen die ebenfalls mit einem Kantersieg in die Saison gestarteten Frauen des 1. TC Hiltrup bestätigen, dass das Feuerwerk keine Eintagsfliege war. Am 30. Mai treten die Stukenbrockerinnen zum Derby beim TC Kaunitz II an, zwei Wochen später ist am 13. Juni der TC GW Herne am Kruskotten zu Gast. Am 20. Juni reist der FCS zum TC Milstenau, ehe am 27. Juni der THC im VfL Bochum zu Gast ist. –he

(Quelle: Neue Westfälische vom 07.05.2010)

 
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