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Samstag, den 08. August 2009 um 16:21 Uhr

Karl Marxcord kümmert sich in der Tennis-Abteilung des FC so ziemlich um alles
VON LARS FREITAG

Bielefeld. Wenn Sportwart Karl Marxcord auf der nächsten Jahreshauptversammlung des FC  Stukenbrock sein Amt zur Verfügung stellt, endet eine Ära. Seit 35 Jahren engagiert sich der Lehrer für die von ihm 1974 mitbegründete  Tennisabteilung. Eine Zukunft ohne sein Mitwirken scheint derzeit noch unvorstellbar. Ob Mannschaftsmeldungen, Trainingspläne, Platzeinteilung, Turnierorganisation oder Gespräche und Verhandlungen mit Mitgliedern und solchen, die es noch werden wollen – Marxcord hat stets alle Hände voll zu tun. „Für mich ist das kein Problem. Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht“, sagt der 60-Jährige, der in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten neben dem Posten des Sport- auch den des Jugendwarts („Zeitweise war ich sogar beides gleichzeitig“) inne hatte. Dann erinnert er sich an die Anfänge des weißen Sports in  Stukenbrock. „Ich war Teil einer Hobby-Gruppe, die zunächst in einer Turnhalle auf PVC-Boden spielte. In Eigenregie bauten wir 1975 unseren ersten Außenplatz. Ein Jahr später folgten zwei weitere.“ Damals widmete der gebürtige Hövelhofer seine meiste Zeit allerdings noch nicht der gelben Filzkugel, sondern dem runden Leder. „Mit den Fußballern des FC  Stukenbrock ist mir in der Saison 1976/77 in meiner ersten Saison als Spielertrainer auf Anhieb der Aufstieg in die Bezirksklasse gelungen“, erzählt Marxcord. Auch bei seinen weiteren Stationen (SF Sennestadt, Delbrück, Schloß Holte) feierte der junge Coach Erfolge. Und wer weiß, bei welchem Club der Realschullehrer (Technik und Sport in Verl) heute an der Seitenlinie stehen würde, wenn er sich 1984 bei einem Kick der Alt-Herrenmannschaft nicht einen Kreuzbandriss zugezogen hätte. „Ich wollte gerade zum Schuss ausholen, als ein Gegner von hinten angeflogen kam und mich am Knie erwischte“, sagt der ehemalige Mittelstürmer. „Da ich anschließend zunächst in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt war, habe ich meine Trainer-Karriere beendet.“ Ein Jahr später sattelte der Vater von drei Töchtern zum  Tennis-Coach um. Seitdem unterrichtet er Nachwuchsasse, die in dem Familienclub (320 Mitglieder) schon immer eine große Rolle spielten. Vom Abwärtstrend im  Tennissport ist der FCS kaum betroffen, die Mitgliederzahl ist konstant. Aushängeschilder sind die ersten Damen und Herren, die 2010 in der Verbandsliga aufschlagen. „Für einen kleinen Club wie unseren ist das schon eine Riesensache“, sagt Marxcord, der selbst bei den Herren 60 das Racket schwingt. Höhepunkte während seiner Ehrenamtler-Karriere seien zahlreiche Aufstiege gewesen. In besonderer Erinnerung behält Marxcord auch das von ihm initiierte Gedächtnis-Turnier zu Ehren des tödlich verunglückten Jugendspielers Markus Cosack, das bis 1998 stattfand. „Es war ein sehr beliebtes Jugendturnier. Heute noch sprechen mich die Leute darauf an.“ Für den angekündigten Rückzug aus dem Ehrenamt gibt es Gründe. „35 Jahre sind genug. Man sollte ein Ehrenamt nur ausüben, wenn man zu 100 Prozent dahinter steht. Mein Enthusiasmus hat etwas nachgelassen. Außerdem ist es an der Zeit, dass jüngere Leute das Zepter in die Hand nehmen und neue Ideen in die Vereinsarbeit einbringen“, meint Karl Marxcord. Um die Zukunft „seines“ FCS macht er sich keine Sorgen. Mit Markus Lüke (34) steht der designierte Nachfolger („Wir arbeiten in einigen Dingen bereits Seite an Seite zusammen“) in den Startlöchern. Im Februar oder März 2010 erfolgt die Amtsübergabe. Danach hat Karl Marxcord, der in zweieinhalb Jahren pensioniert wird, möglicherweise auch einmal Zeit für Hobbies. „Ich will verreisen. Am liebsten einmal mit einem Kreuzfahrtschiff. Außerdem würde ich gerne Golf spielen.“ Dann ist da auch noch Enkel Luca, der jeden Dienstag zu den Marxcords zum „Oma-und-Opa-Tag“ kommt. Dennoch scheint ein Rücktritt vom Rücktritt nicht ausgeschlossen. Im Vereinsmagazin des FC  Stukenbrock schreibt Karl Marxcord: „Eine kreative Pause inspiriert mich vielleicht zu neuen Herausforderungen, eventuell komme ich ja auch irgendwann zurück.“

(Quelle: Neue Westfälische vom 08.08.2009)
 
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